Unsere sehr schöne Reise durch Mexiko haben wir für diesen Winter abgeschlossen und unser Auto bei Mexico City für den Sommer eingelagert. Wir hatten auch weiterhin keinerlei Probleme und viele schöne Erlebnisse. Wenn Ihr mehr lesen wollt, klickt doch einfach auf Reisebericht 3.
Viel Spaß.
Freitag, 20. März 2015
Montag, 16. Februar 2015
Anaheim (Ca) - Guanajuato Mexiko
Am 6.1. 2015 sind wir über London nach Los Angeles geflogen, um unser Auto, das wir über Weihnachten bei Los Angeles eingelagert hatten, wieder abzuholen.
Unsere Reise ging erst durch das südliche Arizona und Kalifornien. Am 17.1. sind wir dann in Mexiko eingereist und über die Baja, den Kupfercanyon und die Küste bei Mazatlan zu den kolonialen Silberstädten im zentralen Hochland gereist.
Wie es uns dabei erging, könnt Ihr aus den Reiseberichten sehen, die wir diesmal verlinkt haben. Klickt einfach auf Reisebericht 1 oder 2 im nächsten Satz.
Die neuesten Reiseberichte: Reisebericht 1 und Reisebericht 2.
Unsere Reise ging erst durch das südliche Arizona und Kalifornien. Am 17.1. sind wir dann in Mexiko eingereist und über die Baja, den Kupfercanyon und die Küste bei Mazatlan zu den kolonialen Silberstädten im zentralen Hochland gereist.
Wie es uns dabei erging, könnt Ihr aus den Reiseberichten sehen, die wir diesmal verlinkt haben. Klickt einfach auf Reisebericht 1 oder 2 im nächsten Satz.
Die neuesten Reiseberichte: Reisebericht 1 und Reisebericht 2.
Sonntag, 30. November 2014
USA-Einmal quer durch
Oktober/November 2014
Nachdem wir im Sommer schon mit unserem Pick-up Camper Teile West- Kanadas erkundet hatten, begannen
wir im Oktober den südlichen Teil unserer Fahrt durch die „Amerikas“. Doch es soll
nicht nur eine Fahrt entlang der Panamericanawerden: Wir wollen mit unserem
Pick-up von Canmore aus Kanada und die USA erkunden und mit unserem Transit im
Winter Mexiko und Alles was südlich davon liegt. Angefangen haben wir die Fahrt
jetzt mit einer „Überführungsfahrt“ von Baltimore nach Los Angeles. Von Los
Angeles werden wir dann im Januar nach einem Weihnachtsurlaub in Frankfurt
Richtung Mexiko aufbrechen.
Die Fahrt dauerte vom 6. Oktober 2014 bis zum 18. November
2014. Vom 6.10. bis 14.10. waren wir mit einem Mietwagen unterwegs, ab 14.10
hatten wir dann unser Transit Wohnmobil.
Insgesamt fuhren wir etwa 10.000km. Schäden am Transit oder sonstige Probleme
hatten wir nicht. Die Verschiffung nach USA und die Abholung im Hafen von
Baltimore waren vollkommen problemlos.
Die Route ging von Boston über Teile von Vermont, New
Hampshire in die Berkshires in Massachusetts nach Baltimore, wo wir am Tag nach
Columbus Day – ein Feiertag in den USA- unseren Transit abholten.
Von dort fuhren wir über Washington, Chesapeake Bay (Ost-Virginia),
den Shenandoah National Park nach
Asheville, North Carolina. Von dort durch den Great Smoky Mountains
National Park auf die große Ost-West Verbindung, der Interstate 40. Dieser sind
wir dann über Tennessee, Arkansas, Texas bis nach Santa Fe, New Mexico ohne
größere Stops (außer Übernachtung) gefolgt.
In New Mexico, Colorado und Utah haben wir dann mehr Zeit
verbracht und uns Santa Fe, Taos, den Mesa Verde-, den Canyon Lands- und den
Arches National Park, den Bryce Canyon N.P. und den Grand Canyon genauer
angesehen. Durch Capitol Reef N.P. und das Grand Staircase-Escalante National
Monument sind wir langsam durchgefahren. Danach ging es nach Las Vegas (muss
auch einmal sein), Palm Springs, den Joshua Tree N.P und Los Angeles/Anaheim,
wo wir den Transit für Weihnachten einlagern konnten.
Insgesamt war die Zeit für das Mammutprogramm viel zu kurz,
aber die Fahrt war von vornherein eher als Überführungsfahrt von Ost nach West
zu Beginn unserer Lateinamerikatour gedacht.
Trotzdem haben wir viel fantastische Landschaft und eine spannende Stadt
(Washington DC) wiedergesehen und Appetit auf mehr bekommen.
Die Highlights:(Bilder gibt es hier)
Das erste Highlight war New England im Herbst. In Boston und
in den wunderschönen Berkshires
haben wir dann einige schöne Tage mit unserer Freundin Lauren, ihren 2
Töchtern, 4 Hunden und unserer Tochter Pascale mit Freundin Anea verbracht.
Ein paar Tage fuhren
wir noch mit dem Mietwagen durch Vermont
und New Hampshire, um die
Herbstausfärbung in Rot und Orange zu bewundern. In den nördlichen Teilen war
sie schon über dem Höhepunkt, in den südlichen dafür umso beeindruckender. Neu-England
im Herbst ist immer eine Reise wert.
Ein weiteres Highlight im Osten ist auf jeden Fall Washington DC. Bei wechselhaftem
Wetter, wir hatten einige heftige Schauer, haben wir 2 Tage lang Washington
erkundet. Eine beeindruckende Stadt, auch für Europäer, mit fantastischen
(kostenfreien) Museen. Die Innenstadt ist erstaunlich fußgängerfreundlich. Die
nationalen Monumente sind schwer bewacht von
einer Vielzahl unterschiedlicher Polizeitruppen. Verblüffend fanden wir nur,
dass die allgegenwärtigen Polizisten in ihren unterschiedlichen martialischen
Uniformen pünktlich um 17 h zusammen mit den Mitarbeitern der Ministerien
verschwinden. Danach sieht man, außer am Weißen Haus, kaum noch Polizei.
Offenbar werden terroristische Aktionen nur während der Dienstzeiten erwartet.
Einen ganz anderen Charakter, als das monumentale
„offizielle“ Washington hat Georgetown. Hier gibt es ganze Straßenzüge mit
alten denkmalgeschützten Reihenhäusern und kleinen Geschäften und Restaurants. Alles sehr malerisch-und
teuer.
Der Rest von Virginia
ist nett, ein Highlight ist aber sicher der Shenandoah National Park. Er liegt entlang einer Aussichtsstraße,
die über 100 km einem dicht mit Laubbäumen bewaldeten Bergrücken folgt. Gerade
im Herbst sind die Farben der Blätter und die Aussicht in die Täler
fantastisch.
Das Städtchen Asheville
in North Carolina hat uns
positiv überrascht. Es ist eine kleine, gemütliche Studentenstadt mit einer schönen Altstadt, an der die Zeit
vorüber gegangen ist. Neben hübsch renovierten Straßenzügen gibt es eine sehr
aktive Musik- (Jazz) und Kneipenszene. Definitiv einen Abstecher wert.
Auf der Fahrt über die I-40
durch die Präriestaaten beeindruckt vor allem die ungeheure Weite. Sonst
passiert nicht viel, außer gelegentlichen Abstechern in vergessene Dörfer an
der alten Route 66,
die in weiten Teilen
parallel zur neuen I-40 verläuft. In diesen Dörfern ist die Zeit stehen geblieben.
Man sieht alte, häufig verfallene,
manchmal aber auch renovierte Motels, Diners oder Tankstellen im Stil der 50er Jahre
und mehr oder weniger verlassene Dörfer mitten im Nichts.
Spannend wird es wieder in New Mexico. Hier wird es bergiger, aber auch noch trockener, zum
Teil schon wüstenartig. Dies ist das Land der Pueblo Indianer, die viele, oft
noch bewohnte Pueblos gebaut haben. Das bekannteste Pueblo ist bei Taos.
Santa Fe, als Hauptstadt von New Mexico hat diesen sehr eigenen
Baustil übernommen. Einige Häuser sind sogar noch aus Adobe , einem Lehm-
Strohgemisch, bei den meisten verbergen sich konventionelle Baumaterialien
unter dem traditionellen Äußeren. Das Ergebnis ist sehr ansprechend und homogen
und ganz untypisch für Amerika. Die mit weniger als 100.000 Einwohnern kleine
Stadt hat immerhin über 300 Kunstgalerien, sehr schöne Museen mit indianischer,
aber auch moderner Kunst und viele gute Restaurants.
Ab New Mexico bis Kalifornien waren wir durchgehend auf Höhen zwischen 2.000 und
3.000 m, so dass in der klaren Luft und viel Sonne die Tage noch sehr angenehm
sind (15-25c). Sobald aber ca. 18h die Sonne unterging , ging auch das
Thermometer in den freien Fall über. Nachts war es immer zwischen -5c und +5c.
Wir haben jede Nacht in unserem Auto geheizt, um es gemütlich zu haben.
Nach New Mexico war ein nächstes Highlight der Mesa Verde N.P. Er liegt auf einer
Hochebene von fast 3.000 m. Bemerkenswert sind dort die Cliff Dwellings.
Im 12. Jh. bis etwa
1350 bauten dort in den Canyons die Indianer unter Überhängen in den
Steilwänden ihre Pueblos. Es gibt verschiedene Theorien, warum die Indianer ,
die vorher in Dörfern auf der Ebene gelebt hatten, auf einmal über einen
ziemlich kurzen Zeitraum ihre Dörfer in die schwer zugänglichen Steilwände
verlegten, um dann um 1350 plötzlich die
ganze Gegend komplett zu verlassen. Auf jeden Fall sind diese Cliff Dwellings
relativ gut erhalten und spektakulär anzusehen.
Spektakulär ist auch das einzige Wort, das uns zu den Canyonlands- und Arches
National Parks einfällt. Da ist den Bildern
nichts hinzu zu fügen. Dort gibt es auch viele 4x4 Pisten, von leicht bis nur
für spezielle Trial-Fahrzeuge befahrbar. Ein paar leichtere Strecken (wir haben
ja schließlich nur ein Womo) konnten wir uns natürlich nicht verkneifen.
Die spektakulären farbigen Felsformationen, Canyons und die
schöne Wüste setzten sich durch das ganze südliche Utah mit dem Capitol Reef N.P und dem Grand Staircase-Escalante National Monument
und dem Bryce Canyon N.P. fort. Mit
Ausnahme von einigen Stellen in der südlichen Sahara kennen wir keine Gegend
der Welt, die ähnlich fantastische, oft surreale Landschaftsformen aufweist. Da sich das inzwischen
herumgesprochen hat, herrscht im Sommer in den Parks Hochbetrieb. Jetzt im
Spätherbst konnten wir die Landschaft mit nur wenigen anderen Besuchern
genießen. Allerdings gab es auch nur noch ein Basisangebot von
Campingmöglichkeiten und das oft ohne Service. Für uns kein Problem, wir sind
ja autark.
Einen Zwischenstopp haben wir in Las Vegas eingelegt. Die Stadt ist so verrückt, voller Gegensätze und
vollkommen geschmacklos, dass sie, jedenfalls für ein oder zwei Tage schon
wieder interessant ist. Überall wird mit allen Mitteln versucht, den Besuchern
das Geld aus den Taschen zu locken. Dabei fallen auch wichtige amerikanische
Tabus. So ist Rauchen in den Hotels und den angeschlossenen Spielkasinos
erlaubt und es wird offen für Prostitution geworben. Es gibt riesige Luxus-
Shoppingmalls mit künstlichem Himmel, aus denen man buchstäblich kaum
herausfindet, Wasserspiele in der Wüste, einen nachgebauten Eifelturm etc.
Daneben jede Menge Obdachlose und etwas abseits von der Prachtstraße
heruntergekommene Viertel und Spelunken.
Da wir schon in der Gegend waren, mussten wir natürlich auch
an den Grand Canyon. Mit Renate und
Bruno, die wir das letzte Mal 2012 im KTP National Park in Südafrika gesehen hatten,
waren wir am North Rim des Grand Canyon verabredet. Alle Services am North Rim,
der deutlich höher und einsamer, als der touristische South Rim ist, werden
laut Führer mit dem ersten Schneefall geschlossen und es hatte bereits geschneit.
Man kann zwar tagsüber in den Park, muss ihn aber bei
Sonnenuntergang wieder verlassen. Auch außerhalb gibt es im Umkreis von über
100 km um diese Jahreszeit keine bewirtschaftete Infrastruktur/ Campingplätze,
Motels etc. mehr. Also sind wir nach
ausführlichen Fotosessions (Renate ist eine mindestens so begeisterte Fotografin
wie Christa) und Wanderungen einfach an
der Parkgrenze in den nächsten Nebenweg gefahren und haben dort nach einem
gemeinsamen Abendessen übernachtet.
Fast 4 Stunden Fahrt sind es dann vom North Rim zum South
Rim. Der North Rim ist weitgehend unentwickelt und, zumindest außerhalb der
Saison, einsam, der South Rim zeigt das Kontrastprogramm. Es gibt innerhalb und
außerhalb des Parks viele Hotels jeder Preisklasse und Campingplätze. Ein
Shuttlebus zu den Aussichtspunkten sorgt dafür, dass die Straße an der
Abbruchkante in der Saison nicht im Verkehr erstickt. Die Landschaft und die
Aussicht ist einmalig, aber einsam geht anders. Wie das in der Saison aussieht,
möchten wir uns gar nicht vorstellen. Jetzt im Spätherbst bei strahlender Sonne
war es allerdings sehr schön, beindruckend und relativ leer.
Palm Springs war
ein weiterer interessanter Stop, vor allem, wenn man, wie wir, direkt aus den
kalten, über 2.000 m hohen und bewaldeten San Joaquin Mountains kam. Dort
hatten wir in Idyllwild (der Name ist hier Programm), einem alternativen kleinen Aussteigerort, übernachtet.
Kurze Zeit später und 2.000 m tiefer im Tal in Palm Springs findet man
den totalen Gegenentwurf. Tagsüber waren
es angenehme 25 C, es gibt eine schicke Flanierstraße und über 100
Golfplätze. Nach so viel Natur in den Wochen vorher fühlten wir uns in der entspannten und schicken
Urlaubsstadt sehr wohl.
Allerdings steht hier
nicht ohne Grund der größte Windpark den wir je gesehen haben: es bläst ein
starker Wind über den Banning Pass und
bringt an manchen Tagen den Smog aus LA bis hierher.
Natürlich durfte ein Ausflug nicht fehlen. Wir waren im Joshua Tree N.P. Die gleichnamigen
„Bäume“, es sind eigentlich überdimensionale Yuccas und die Wüstenlandschaft war
wirklich sehenswert.
Die Reise ging zu Ende und wir hatten in Anaheim einen Stellplatz besorgt und
das Auto nach kräftiger Reinigung
eingelagert. Mit einem
Mietwagen besuchten wir dann noch Los
Angeles und einige der Beaches in Orange County, und konnten bei alten
Freunden in Palos Verdes übernachten. Wir nutzen die Gelegenheit, nach 30
Jahren die Innenstadt von Los Angeles an
einem ruhigen Sonntagmorgen zu besuchen. LA und die Historic Old Town hat sich
wirklich gemacht!.
Ein weiteres architektonisches Highlight ist das fantastisch
gelegene J. Paul Getty Museum in Santa Monica.
Dabei ist die Museumsanlage fast interessanter als der Inhalt. Ein
letzter kurzer Stop zum Sonnenuntergang am Strand von Santa Monica (die
öffentlichen Parkplätze schließen mit Sonnenuntergang) – und wir waren wieder
einmal auf dem Weg zum Flughafen –
Advent in Deutschland heißt das Kontrastprogramm.
“Christopher
Columbus Transcontinental Highway”
said the small sign along the Freeway in Santa Monica.
We thought, we’re finally driving on the Panamericana
Highway, but Wikipedia knew better - the Interstate 10 crosses the US from
Florida to California. O.k., we had just crossed the US of A from East to West
as well.
The story started mid-September, when we drove to
Hamburg to the ferry terminal to ship our camper across the Atlantic Ocean.
Stefan and I flew to Boston, looking forward to meet
friends and a visit from Pascale from Toronto and enjoy the Indian Summer in
New England.
On October 14, 2014 our agent Mr. Müller retrieved
the car from the harbour in Baltimore in less than one hour. After a “quick” stop in the groceries section of
Walmart and at the propane gas station we were ready for our trip from East to
West across the US.
2 days in Washington DC to revisit all the important
sites after 30 years and a peak at the highlights inside some of the Smithsonian
Museums were a good start. It was 26 C and humid - it should be different
pretty soon. We loved the fall colours in the Appalachian Mountains and the
relaxed atmosphere in Asheville, NC. a (student) city full of fine art and
music. We decided to cross the Middle West rather quickly: it took three days
with strong headwinds until we arrived in New Mexico. Without much planning we
drove parts of the Historic Route 66, so much fun to look out for old
gas stations and nostalgic motel signs! In the Midway Café near Adrian, Texas we enjoyed a chat
and some ice cream while looking at an original Coca-Cola Ice chest and a
Wurlitzer Juke Box.
Our days around Santa Fe and Taos were certainly a
highlight for me. The sun was shining from a very blue sky, the aspen trees
were golden yellow and the arts scene of Santa Fe is very colourful and
charming. We learned a lot in the Museum for Indian Arts and Cultures and
looked at the arts and crafts along the road with a sharpened eye. A small hand-woven
rug decorates our apartment in Frankfurt now.
Arches and Canyonlands Nationalparks kept us busy
hiking and taking photographs of absolutely stunning landscapes in the
afternoon sunlight. It was the time between high season and the closures of
some State Parks and National Park campgrounds and we had no trouble finding a
campsite, although the water was switched off already; Utah’s national
parks offer “dry campgrounds” only, meaning w/o water, but BYO beer
and wine ;). We were above 2500 m, so the days were sunny and warm, but the
nights already chilly. Bryce Canyon NP and the North Rim of the Grand Canyon
showed a dusting of snow - enough for the official visitor centre to be closed.
We met friends from Switzerland and enjoyed the rise of the full moon above the
Canyon and a joined dinner. We had been at the Grand Canyon South Rim in 1982 -
what a different look in 2014! Everything is well organised to cope with more
than 4 Mio visitors p.a. with bus shuttles and lots of lodging and camping. But
we enjoyed the scenery off-season with hardly any people along the Rim trails
and a clear view into the deep canyons.
After all those rocks we were ready for a change of
scenery - Las Vegas was calling! This city is so crazy and out of this world
and fascinating at the same time. I liked the photo opportunities in the old
downtown more than the strip with its artificial malls and casinos, where
people forget the world around them - but isn’t that the
purpose of this place?
After a day of driving through a very dry and empty
landscape we stopped in the small community of Idyllwild (a mouth full to
pronounce) in the San Joaquin Mountains between the coast and the desert of
Southern California - it was another chilly night at 1600m altitude! What a
difference to Palm Springs at 25 C, where we relaxed and enjoyed the art scene
and yet another fantastic Mexican dinner. (Although the waiter claimed, real
Mexican food tastes very different - we’ll know better
soon.) We’d been to Palm Springs 30 years ago
and where stunned by the dimensions of the wind park, which uses the thermal
winds crossing the Banning Pass.
A last day-trip into the desert, into Joshua Tree NP
and we knew, we need more time for the deserts of Arizona, etc. (it is planned for January 2015)
In Anaheim, CA, Stefan had found a storage facility
for our camper and so we spent a day with household duties on a not so charming
city “RV-Resort” near Disneyland and saw two fantastic
fireworks, courtesy of Mickey Mouse et al.
A visit to Huntington Beach, LA downtown on a lazy
Sunday morning and to the J. Paul Getty Museum in Santa Monica was our
cool-down program after 5 weeks of driving. Our friends Evi and David from
years back in Heidelberg were our hosts for the last day, but now we are ready
for Xmas in Good Old Germany with family and friends.
Donnerstag, 25. September 2014
Auf zur Panamericana....
Seit 20.9.2014 schwimmt unser Reisephant nach Baltimore. Die nächste große Reise von Baltimore nach Feuerland hat damit begonnen.
Am 14.10 können wir dann hoffentlich das Auto im Hafen von Baltimore abholen. Wir wollen von dort einmal quer durch die USA nach Los Angeles fahren, wo wir Ende November den Reisephant ein paar Wochen abstellen werden. Weihnachten wollen wir dann in Deutschland verbringen. Nach Weihnachten werden wir das Auto wieder abholen und nach Mexiko fahren. Geplant ist Mexiko bis Mitte/Ende März zu erkunden und dann dort das Auto für den Sommer einzulagern. Je nach Reisegeschwindigkeit wird das bei Mexiko City oder bei Cancun sein. Mal sehen.
Der Plan ist, immer im Winter für ein paar Monate langsam durch Zentral- und Südamerika nach Süden zu reisen, bis wir irgendwann in Feuerland ankommen. Während des Sommers wird der Camper bei einer Etappe eingelagert, da wir den Sommer weiterhin in Kanada verbringen wollen, um den nördlichen Teil des Kontinents zu erkunden.
Donnerstag, 17. Juli 2014
Vom Regenwald ins Hochgebirge -
Eine Reise durch British Columbia 2014 (Photos gibt es hier)
Im
Juni sind wir mit unserem kanadischen Camper von Canmore über Vancouver,
Vancouver Island, die Inland Passage, Prince Rupert, Dawson Creek, Edmonton und
Rocky Mountain House wieder nach Canmore gefahren. Wir waren ziemlich genau
einen Monat unterwegs, haben 6.200 km zurückgelegt und die unterschiedlichsten
Landschaftsformen (Meer, Hochgebirge, Prärie) erlebt.
Überrascht
hat uns die Zahl der Wildtiere: 9x Schwarzbären (davon zweimal eine Mutter mit
2 Kleinen), mehrfach Dickhornschafe, Moose, viele Dear (Reh-Art), Koyoten,
Wale, Delphine, Seelöwen, Seehunde, Weißhttp://www.cs-reisemobile.de/cs-reisemobile.htm#startkopf-Seeadler,
einen Biber und einen Otter, um nur einige Tierarten zu nennen.
Wenn
Ihr Lust habt, kommt doch mit auf die Reise.
Gestartet
sind wir am 3.6. in Canmore zu dritt, da uns Christas Schwester Gerlinde bis
Vancouver begleitet hat. Wir sind relativ flott über die Kootenays, Invermere und
Revelstoke nach Kelowna gefahren, wo wir am 5.6. mittags angekommen sind.
Trotzdem blieb genug Zeit, um in dem Thermalschwimmbad in Radium Springs zu
baden und die fantastische Berglandschaft zu bewundern. Ein Highlight war eine
Herde Dickhornschafe beim Campingplatz des Nationalparks bei Invermere und eine
Bärenmutter mit 2 Kleinen, die friedlich am Straßenrand Löwenzahn vertilgten.
In
Kelowna haben wir dann unseren Sohn Philipp und seine wirklich nette Freundin
Shanna getroffen. Anlass der Reise war nämlich Philipps Convocation
(Examensfeier) am 6.6. an seiner Uni in Kelowna.
Die Zeremonie selbst war ausgesprochen feierlich mit all den
jungen Leuten und den Professoren in ihren Roben. Davor und danach wurde
natürlich mit Philipps Studienfreunden heftig gefeiert. Nach zwei sehr schönen
Tagen mussten die jungen Leute zurück zu ihren Jobs und wir fuhren weiter nach
Vancouver. Es ging durch das Okanagen-Valley und Summerland. Die Gegend trägt
ihren Namen zu Recht. Es liegt klimatisch sehr geschützt und ist die Riviera
Kanadas. Überall wird Wein (zum Teil sehr gut!) und Obst und Gemüse angebaut.
Der südlichste Teil des Tales gilt als der nördlichste Ausläufer der Sonora-Wüste
mit entsprechender Flora und Fauna (jedenfalls dort, wo die Obstplantagen noch
Platz für ursprüngliche Natur gelassen haben).
Fährt
man Richtung Vancouver, kommt man über endlose Steigungen sehr schnell wieder
in die dicht bewaldete Berglandschaft der Rocky Mountains. Es gibt immer wieder
Clearcuts, wo Holz geerntet wird, aber sonst nur grandiose Natur und sehr
wenige Teerstraßen. Wenn man will (und ein entsprechend stabiles Auto hat,
Mietwagen dürfen da nicht hin), kann man praktisch in ganz BC die Landschaft
abseits der Teerstraßen auf unbefestigten Forestry Service Roads erkunden, z.T.
sind die Strecken mehrere Hundert Kilometer lang. Erstaunlich häufig werden vom
Forestry Service oder in privater Initiative an besonders schönen Stellen
kleine, unbewirtschaftete einfache Camps mit Tisch, Feuerstelle, Plumpsklo und
Wasser aus Fluß oder See angelegt. Meist sind da auch rustikale Wanderwege. Es gibt eine Kartenreihe mit Führer (Backroad
Mapbook), in der alle Nebenwege, Wanderwege und Camps eingezeichnet sind. Diese
Mapbooks sind unverzichtbar, wenn man etwas abseits unterwegs sein möchte. Sie
gibt es bei Canadian Tire oder guten Camping Ausrüstern, aber jeweils nur für
die eigene Region. Zusätzlich gibt es kostenlos bei den Tourist Infos die
blau-weißen Provincial Parks Maps and Visitor Guides für alle Regionen von BC.
Da
wir schon öfter in dieser Gegend waren und Christas Schwester am 8.6. wieder
nach zurückfliegen musste, sind wir diesmal ziemlich flott nach Vancouver
gefahren. Gewohnt haben wir dort in dem historischen Sylviahotel direkt an der
English Bay (da wollten wir immer schon hin). Im Schnelldurchgang haben wir
Gerlinde Highlights von Vancouver gezeigt. Vancouver ist immer eine Reise wert.
Nachdem wir Gerlinde dann an den Flughafen gebracht hatten, gab es keine
Terminvorgaben mehr und wir haben 2 Gänge zurückgeschaltet. Wir haben noch
Freunde zum Picknick am der Bucht von Vancouver getroffen und sind dann
gemütlich Richtung Vancouver Island aufgebrochen.
Erste
Station war Victoria ganz im Süden. Victoria ist die Hauptstadt von British
Columbia, und wegen des milden Klimas auch Wohnort wohlhabender Rentner. Es ist eine nette,
etwas verschlafene Stadt, die von Beamten, Rentnern, Studenten und Touristen
lebt.
Wir
sind insgesamt fast 2 Wochen auf Vancouver Island geblieben und haben die wilde
Pazifikküste mit den dschungelartigen
Regenwäldern und fantastischen Stränden genossen. Allerdings ist das Wasser,
jedenfalls Anfang Juni, zu kalt zum Baden und das Klima ist ziemlich rau und
feucht (wie sollte es sonst Regenwald mit bis zu 70m hohen Bäumen geben?).
Die Pazifikküste um Tofino ist touristisch gut
entwickelt, aber in der Vorsaison noch gut erträglich. Im Juli/August mag das
anders sein. Der Rest der Küste ist wenig bis gar nicht erschlossen und, wenn
überhaupt, auf Fernwanderwegen (sehr rau, Mehrtagestour) oder auf Forest
Service Roads erreichbar.
Die
zweite Landschaftsform ist das bergige Zentrum mit dem Strathcona Provincial Park.
Er ist landschaftlich wunderschön (einer unserer Lieblingsparks) mit
hervorragenden Wandermöglichkeiten aller Schwierigkeitsgrade. Die touristische
Infrastruktur besteht aus 2 Einfachcamps
(kein Strom, Wasser
mit Handpumpe, Plumpsklo) und einer Lodge. Es ist also nicht gerade überlaufen.
Dort haben wir einige sehr anstrengende, aber wunderschöne Bergwanderungen
gemacht. Da der nächste Ort mit Beleuchtung fast 100 km entfernt ist und man
auf über 1.000 m campt, kann man wunderbar die Sterne beobachten (wenn es
endlich dunkel wird). Der beste Stellplatz ist der Ralph River Campground, da
von dort die Wanderwege gut zu erreichen sind.
Ganz
anders im Charakter ist die Ostküste. Sie ist sehr geschützt und wesentlich
trockener, als die Westküste, da sie nur eine schmale Meerenge vom Festland
trennt und die Berge im Inneren der Insel viel Regen abhalten. Zwischen
Vancouver Island und dem Festland gibt es einen Irrgarten an kleinen und großen
Inseln mit Fjordküsten, so dass das Meer eher wie ein See wirkt. Hier wimmelt
es von kleinen Fischerbooten und man kann Kreuzfahrtschiffe und, wenn man Glück
hat, Wale von der Küste beobachten. Durch Empfehlungen von Einheimischen haben
wir mehrfach wunderschöne Stellplätze an kleinen Fischerhäfen oder auf Inseln
gefunden. In den kleinen Häfen standen 2-3 kleine Wohnmobile direkt am Wasser,
sonst waren nur Fischer unterwegs. In Deep Bay haben wir einen Otter
beobachtet, leider war es schon zu dunkel für ein Foto. Die größeren Inseln
sind mit Fähren erreichbar und, wenn möglich noch verschlafener, als Vancouver
Island.
Falls
jemand eine ähnliche Tour vorhat, hier die schönsten Stellplätze an der
Ostküste: Deep Bay, Kelsey Bay, Regional Park auf Sointula Island.
Langsam
mit vielen Fotostops und Wanderungen sind wir bis Port Hardy gefahren, wo wir
für den 23.6. die Fähre nach Prince Rupert gebucht hatten. Sie fährt einen
ganzen Tag (von 7h morgens bis 11h abends) durch die wunderschöne Fjord- und
Insellandschaft der Inland Passage. Auf über 500 km Länge gibt es eine Ansiedlung
(Bela Bela), sonst nur Fjorde und Wälder. Wir hatten vor Jahren schon einmal
die kürzere Route nach Bela Coola genommen und uns riesig auf die Fahrt
gefreut. Leider war das Wetter nur auf dem ersten Teil bis Bela Bela gut,
danach hat es aus Kübeln geschüttet. Die Sicht war damit eingeschränkt. Es war
immer noch eine sehr schöne Landschaft mit steilen Hängen und grandiosen
Wasserfällen, aber die Bergspitzen der
Insel waren in Wolken. Trotz der eingeschränkten Sicht konnten wir Delphine
sehen und Wale ahnen.
Kurz
vor Mitternacht kamen wir bei immer noch strömendem Regen in Prince Rupert an. Das
war also ein normaler Tag für Prince Rupert, wo es 220 Tage im Jahr regnet. Die
lokale Wirtschaft hat sich darauf eingestellt.
Auch die nächsten Tage, bis wir über die erste Bergkette
waren, hatten wir immer mal wieder Schauer. Prince Rupert ist eine kleine Stadt
ziemlich am Ende der Welt, die mit ihrem Hafen und etwas Tourismus versucht, zu
überleben. Es gibt ein fantastisches Museum der Küstenindianer,
ein paar
nette Häuser am Hafen und in der Nähe eine alte, jetzt als Museum eingerichtete
Lachskonservenfabrik (Besuch lohnt sich). Das war‘s.
Wir
waren daher schon am Nachmittag auf dem Yellowhead Highway Richtung Osten
unterwegs. Die Straße geht durch das wunderschöne Skeena-Tal mit einem ziemlich
mächtigen Fluss und steil aufsteigenden Bergen. Sobald wir über den ersten
Bergrücken waren, wurde auch das Wetter besser. Außer der wirklich schönen
Landschaft hat uns besonders Old Hazelton gefallen. Es ist ein kleines Dorf,
das bis zum Bau der Eisenbahn 1914 die Endstation der Dampfschiffe war, die von
Prince Ruppert den Skeena-River aufwärts fuhren und das Innere von BC, aber
auch die Goldfelder des Yukon und z.T. Alaskas erschlossen. Mit dem Bau der
Eisenbahn wurde die Schifffahrt eingestellt und der Ort verfiel in Tiefschlaf,
wurde aber nie aufgegeben. Er ist im Wesentlichen noch wie um 1900 und wurde
liebevoll restauriert.
Die Einwohner (viele Indianer) versuchen sich mit Fischen,
Landwirtschaft und den paar Touristen, die sich in diese Gegend verirren, über
Wasser zu halten. Da ganz in der Nähe der Steward-Cassiar Highway nach Alaska
abzweigt, gibt es sogar ein paar Touristen.
Eine weitere Etappe war Burns Lake, wo wir auf Schotterstraßen das
Seengebiet südlich des Ortes erkundet haben und uns auch für einen halben Tag
ein Kanu mieten konnten. Außer einer Loon-Familie
mit Jungen (Loons sind große Taucher mit einem ganz speziellen Ruf und gehören
auf jeden vernünftigen kanadischen See) konnten wir beobachten, wie ein
Seeadler einem Osprey (Fischadler, etwa so groß wie ein Bussard) einen Fisch
abjagte, den er gerader gefangen hatte. Außerdem haben wir noch nie so viele
springende Fische gesehen, die z.T. über einen Meter hoch aus dem Wasser
sprangen.
Ab Fraser Lake bis
Prince George wurde die bisher so spektakuläre Landschaft eintönig. Den an sich
netten Abstecher nach Fort St. James haben wir uns gespart, da ich letztes Jahr
einige hundert Kilometer nördlich von Fort St. James mit Philipp eine
einwöchige wunderschöne Kanutour auf den Nation Lakes gemacht hatte.
Prince
George ist die erste größere Stadt und Versorgungspunkt, niemand bleibt dort
länger, als er muss. Die ganze Region leidet unter dem Baumsterben, das von
einem Käfer (Pine Beetle) ausgelöst wurde, inzwischen sind ca. 70% der Wälder
abgestorben, kein hübscher Anblick!
Von
Prince George sind wir dann über mehrere Tage über Chetwynd und Tumbler Ridge
nach Dawson Creek gefahren. Wir hatten uns an sich nichts Besonderes
versprochen, da der Reiseführer (Lonely Planet BC) zu dieser Strecke kaum etwas
meldete. Umso mehr waren wir von der Schönheit der sehr einsamen Mittelgebirgslandschaft
mit Flüssen und Seen überrascht. Auf Empfehlung eines Kanadiers haben wir eine
wunderschöne, wenn auch sehr anstrengende Tageswanderung an einen Wasserfall
gemacht.
Offenbar fand ein Bär
den Weg auch schön, denn er hatte nur Minuten vor uns mitten auf dem Weg einen
sehr beeindruckenden Haufen hinterlassen und wir konnten ihn auch noch hören.
Sowohl der Bär, als auch wir haben aber beschlossen, uns aus dem Weg zu gehen,
sodass wir ihn nicht in den Büschen aufgestöbert haben. So neugierig waren wir
dann doch nicht.
Trotz
Wanderungen ging es dann irgendwann nach Dawson Creek, das sich (nur) dadurch
auszeichnet, dass es der Beginn des Alaska Highway ist.
Im 2. Weltkrieg war Dawson Creek nämlich der nördlichste
Punkt der Eisenbahn und die Amerikaner beschlossen, von dort in 11 Monaten eine
Schotterstraße nach Alaska zu bauen. Vorher gab es nämlich keine Landverbindung
nach Alaska. Der Highway ist heute längst geteert und wird von Horden
(jedenfalls schien es uns so, nach der Einsamkeit der vorhergehenden Wochen)
von amerikanischen Rentnern in riesigen Wohnmobilen befahren. Eine alte
Holzbrücke, an der wir auch gecampt haben, ist noch erhalten.
Dort konnten wir auch zum ersten Mal in aller Ruhe abends
einen Biber an Land beim Fressen beobachten. Die Tiere sind überraschend groß.
Bisher hatten wir Biber nur im Wasser gesehen. Da wir nur einen kleinen
Abendspaziergang am Fluss machen wollten, hatten wir natürlich keine Kamera
dabei.
Von
Dawson Creek sind wir dann durch langweilige Prärielandschaft nach Edmonton
gefahren. Edmonton ist die Hauptstadt von Alberta. Es hat ein paar ganz nette
Ecken und die angeblich größte Shopping Mall der Welt (mindestens aber Kanadas)
komplett mit Wellenbad und Vergnügungsparks (natürlich alles überdacht,
Edmonton hat kalte Winter).
Von
Edmonton wollten wir dann direkt nach Hause (Canmore), da wegen des langen
Canada Day Wochenendes sowieso alle Parks überfüllt waren. An sich ist das eine
3,5 h Fahrt. Aber nach einiger Zeit auf der belebten und langweiligen Autobahn
haben wir beschlossen, einen Umweg von Red Deer über Rocky Mountain House und
den Banff-Jasper National Park zu machen. Dieser Umweg hat sich mehr als
gelohnt. Die Landschaft zwischen Rocky Mountain House und dem Nationalpark ist
spektakulär schön, man fährt auf leerer Straße aus der Prairie, durch die
Vorberge langsam in das Hochgebirge mit Gletschern und Pässen um die 2.000m.
Die Gegend ist nur ein
paar Stunden von Canmore, einsam, keine Touristen (der Nationalpark ist im
Sommer fest in deutscher Hand), mit vielen kleinen einfachen Camps und
Wanderwegen. Da werden wir sicher noch einmal hinfahren.
Entsprechend
spät sind wir in Canmore angekommen. Am nächsten Tag war Nationalfeiertag und
nach dem Auspacken (geht bei dem kleinen Auto schnell) haben wir den Rest des
Tages im tiefenentspannten Canmore die Festivitäten genossen.
Fazit:
Es war eine sehr schöne, außerordentlich abwechslungsreiche Reise mit vielen
Erlebnissen. Außerhalb der Städte ist Kanada schon sehr leer. Nur Logging (Holzwirtschaft)
mit entsprechenden Sägewerken und riesigen Sortier- und Lageranlagen
gibt es auf Vancouver Island noch Lachsfischerei und auf dem
Festland ein paar Bergwerke. Entsprechend klein und rustikal sind die meisten
Orte. Man sieht fast nur Pick-up Trucks in Heavy Duty Version, meist
schlammverspritzt.
Nach
Vancouver und ohne festen Terminplan haben sich Route und Zeitplan (mit dem
gebuchten Eckpunkt der Fähre nach Prince Rupert) spontan entwickelt, so wie wir
das mögen. Außer einem Reifenschaden (die Reifen sind allerdings schon sehr
abgefahren) durch einen scharfen Schotterstein hatten wir keinerlei Probleme.
Das Wetter war durchwachsen, feuchte und trockene oder sogar schöne Tage und
kalte Nächte haben sich abgewechselt. Nach einem extrem kalten und langen
Winter war das Frühjahr in Westkanada ungewöhnlich feucht. In der Vorsaison
sind die Nächte allerdings noch kalt, besonders im Gebirge. Außer neuen
pistentauglichen Reifen (Grabber at/2) habe ich heute eine Heizung für die
Kabine bestellt. Das „Alter“ fordert seinen Tribut…
Mittwoch, 26. März 2014
Südostasien
Frühjahr 2014
Von Mitte Januar bis Ende Februar haben wir eine Reise
durch Kambodscha, Laos, Myanmar und Singapur gemacht. Diesmal sind wir nicht
mit dem Wohnmobil gereist, die Logistik wäre doch zu schwierig, sondern mit
relativ kleinen Rollkoffern und Flugzeug, Taxi, Auto, Fahrrad und viel zu Fuß.
Das erste Mal haben wir auch Hotels vorgebucht, da insbesondere in Myanmar in
der Hauptreisezeit die Hotels oft ausgebucht sein sollen. Meist hatten wir für
den ersten Tag einer Station einen Führer, um leichter einen Überblick zu
bekommen, danach waren wir auf eigenen Faust unterwegs. Da wir mit 6 Wochen
relativ viel Zeit hatten, waren wir an fast jeder Station mehrere Tage.
14.1.-17.1.2014
Siem Reap (Angkor Wat) Kambodscha: (Bilder sind hier)
Nach einem sehr langen Flug mit Zwischenstopps, der nur
erträglich war, da wir (auf Meilen) Business Class geflogen sind, sind wir am
Abend des 14.Jan. endlich am kleinen Flughafen in Siem Reap (Kambodscha)
angekommen. Siem Reap lebt davon, dass es die Stadt nahe der Tempelanlage
Angkor Wat ist.Gleizeitig mit uns ist noch ein anderes Flugzeug angekommen und
es herrscht Chaos in der kleinen Empfangshalle. Alles strömt zum Visaschalter,
wo die Schlange wird sehr schnell abgearbeitet wird, um sich dann als
chaotischer Haufen an anderer Stelle wieder zu bilden. Als wir nach ein paar
Minuten vorne sind, verstehen wir das System: An dem ersten Schalter werden nur
Pässe, Formulare und 20$ pro Person entgegengenommen, das wird dann an eine
Reihe von Beamten (ich schätze mehr als 10) weitergereicht, die die Papiere im
Eiltempo verarbeiten und dann an den letzten Schalter weiterreichen, wo die
Namen der Pässe ausgerufen werden. Nach ein paar Minuten tauchen unsere Pässe
tatsächlich auf, wir schreien “hier” und schon ist Alles erledigt. Der
effizienteste Zoll mit Visaerteilung den ich je gesehen habe.
Erstaunlicherweise sind unsere Koffer auch schon da (trotz 2 mal Umsteigen) und
nach weniger als 10 Minuten sitzen wir im Auto zum Hotel.
In Siem Reap gibt es mengenweise Hotels von der Jugendherberge
bis zur 5 Sterne Luxusherberge, um die jährlich 2 Millionen Besucher, meist
asiatischer Herkunft, zu beherbergen. Unser Hotel ist ein gehobenes
Gruppenreisehotel (meist Chinesen).
In 3 Tagen haben wir Siem Reap und die umgebenden
Tempelanlagen angeschaut. Sie sind so fantastisch, wie der Reiseführer
verspricht.
Details könnt Ihr in Büchern nachlese, ich möchte Euch mehr die Atmospäre vermitteln.
In den Tempeln ist man bestimmt nicht alleine, aber da es einige Tempel gibt,
deren Anlage recht großflächig ist und sie auch noch einige Kilometer
auseinander liegen, ist es nicht so gedrängt wie befürchtet.
Die Stadt selbst hat fast 200.000 Einwohner, die direkt
und indirekt von Angkor Wat und den Touristenströmen leben. Trotzdem ist es
hier entspannt und die Menschen sind bei aller Geschäftstüchtigkeit entspannt
und freundlich.
Sobald man aus der
Stadt und den Tempelanlagen heraus kommt. wird es sehr ländlich. Das Land ist
flach und überall (jetzt im Jan. abgeerntete) Reisfelder, die in der Regenzeit
überflutet sind. Die einfachen Holzhäuser stehen meist auf Pfählen, es scheint
hier also sehr nass zu werden. Das Hauptverkehrsmittel sind Schwärme von
Kleinmotorrädern, auf denen bis zu 5 Personen sitzen. Mit Anhänger kann es zum
Tuk-Tuk mit bis zu 4 Passagieren werden oder auch zum Klein-LKW, auf dem Alles
transportiert wird. An diesen Mopeds hängen bis zu 4-5 m lange Anhänger, die
zum Teil gut 1 Tonne Last transportieren. Natürlich haben die Anhänger keine
Bremsen, aber irgendwie geht es trotzdem.
Alle Preise hier sind in US-$ angegeben, man bekommt auch
Dollar als Rückgeld. Nur Wechselgeld unter 1 $ gibt es in lokaler Währung.
18.1.-30.1.2014
Laos
Laos haben wir etwas intensiver besucht. Wir waren in
Luang Prabang, der Ebene der Tonkrüge, in Vientiane und im Süden auf Kong
Island. Insgesamt haben wir Laos als ein noch sehr am Anfang der Entwicklung
stehendes Land mit freundlichen Menschen und einer sehr schönen Natur
kennengelernt. Ein Amerikaner, den wir unterwegs getroffen haben, hat das Land
sehr gut zusammengefasst: Es sei eben Laos P.D.R., wobei P.D.R nicht für
“Peoples Democratic Republic” steht, sondern für “Please Don´t Rush”. Besser
kann man die Atmosphäre nicht beschreiben. Aber der Reihe nach:
Am 18.1. sind wir mit einer kleinen Propellermaschine der
Air Laos über Pakse nach Luang Prabang geflogen.
Da die Maschine so klein war, gingen die Formalitäten an dem Mini-Flughafen in
Luang Prabang schnell. Als wir in die Eingangshalle kamen (na ja Halle ist
etwas übertrieben), war der versprochene Abholer nicht da. Er hat uns später im
Hotel angerufen und wortreich entschuldigt, die Maschine sei zu früh gelandet
(stimmt, etwa 10 min). Also sind wir etwas angesäuert mit dem “Airportbus” (ein
alter Hyundai Minibus mit theoretisch 8 Sitzen), der Gott sei Dank nicht voll
war, zu unserem Hotel gefahren. Das Hotel (Maison Souvannaphoum), das uns
Freunde empfohlen hatten, war relativ klein (etwa 15 Zimmer), im französischen
Kolonialstil und sehr ansprechend. Das Personal
unter Schweizer Leitung war überwältigend freundlich. Ein weiterer
Vorteil ist, daß es in Lauf-Entfernung zur Altstadt liegt. Es hat nur einen
Nachteil: Alles ist offen und luftig im tropischen Stil (natürlich ohne
Heizung) gebaut und Laos hatte in der ersten Woche unseres Aufenthaltes die
schlimmste Kältewelle seit 10 Jahren. Nachts haben wir uns unter zusätzliche
Decken gekuschelt und beim Frühstück saßen wir bei 14 C mit dicksten Pullis auf
der offenen Veranda. Abhilfe schafft da eine Lao-Noodle Soup, die schon zum
Frühstück serviert wird.
Die Altstadt von Luang Prabang liegt auf einer Halbinsel,
die vom Mekong und einem Nebenfluß gebildet wird und ist insgesamt als
Weltkulturerbe geschützt. Das wird auch ernst genommen. Natürlich gibt es viele
Touristen und kleinere Guesthouses für Backpacker, sowie unzählige Restaurants
und lokale Imbissstände (Fastfoodketten sind noch keine da, dafür ein sehr
ansprechender Coffeeshop). Es gibt aber auch frei laufende Hühner und Schweine,
bunte asiatische Märkte. Alle Häuser sind entweder (z.T. renovierte) alte
Häuser oder nach strengen Vorgaben im historischen Stil wieder aufgebaut.
Darüber hinaus
gibt es unzählige kleinere und größere Tempel, die fast alle ein
angeschlossenes Mönchskloster haben und den ehemaligen (bis 1975) Königspalast.
Auch der ist, wie
das ganze Land, vergleichsweise klein und bescheiden. Insgesamt ist die Stadt
sehr entspannt und charmant, wie wir es in Asien bisher selten erlebt haben.
Sie ist auf jeden Fall einen Stop von mindestens 3 Tagen wert. Von Luang
Prabang haben wir einen netten Ausflug mit dem Boot auf dem Mekong zu den Pak
Ou Höhlen, in denen hunderte Buddhas aufgestellt sind, unternommen.
Am 22.1. sind wir dann nach 3 sehr schönen und
entspannten Tagen in Luang Prabang mit einem Auto und einer Führerin nach Phonsavan zu der “Ebene der Tonkrüge”
gefahren. Die Führerin war sehr nett und bemüht, sprach aber nur schlecht
Englisch und hatte keine Ahnung. Sie war komplett nutzlos. Glücklicherweise
haben wir einen Reiseführer (Papier), der sehr gut und ausführlich ist, so dass
wir der Führerin erklären konnten, was es zu sehen gibt.
Die Fahrt ging über extrem kurvige Straßen durch eine
sehr schöne Berglandschaft.
Es gab immer
wieder Dörfer der (H)Mong Bergstämme. Es sind einfachste Bambushütten ohne
Fenster, die direkt an der Straße auf den wenigen Metern zwischen Straße und
Berghang liegen. Die Menschen sind sehr arm und leben als Bergbauern am
Existenzminimum. Aber wenn man vorbei fährt oder zum Fotografieren anhält
lachen sie und winken fröhlich.
In Phonsavan, einer wenig attraktiven, mittelgroßen Stadt
si angekommen, sind wir direkt zu der Ebene der Tonkrüge weiter gefahren. Dort
gibt es auf mehreren Feldern Hunderte, von bis zu 3 Meter hohen Krügen mit bis
zu 3,5 Meter Durchmesser. Sie sind nicht aus Ton, sondern aus massiven
Steinblöcken gearbeitet und sollen etwa 2.000 Jahre alt sein. Nach herrschender
Meinung dienten sie als Begräbnisstätten. Sonst weiß man nichts über die Kultur
und die Menschen, die diese Riesenurnen geschaffen haben.
Ist ja Alles ganz spannend, aber mangels weiterer
Attraktionen hat man sich an den Riesenurnen relativ schnell satt gesehen.
Wir sind dann in das angeblich beste Haus am Platz
gefahren. Es war wenig attraktiv, unpersönlich und vor allem eiskalt. In der
Zeitung, für die die Rekordkältewelle natürlich die Hauptnachricht war, konnten
wir lesen, dass es in der Nacht nur knapp über Null Grad war. Natürlich war das Hotel nicht isoliert oder
geheizt. Wir haben fast alle Kleider angezogen, die wir dabei haben.
Am nächsten Tag besuchten wir noch kurz das
Informationszentrum der MAG, einer Organisation, die Minen und Blindgänger
räumt, die nach den Bombardements der Amerikaner noch zahlreich zu finden sind.
Dort haben wir erfahren, dass über Laos mehr als 3 mal soviele Bomben
abgeworfen wurden, als über Deutschland im 2. Weltkrieg. Etwa 30% der Bomben
sind nicht explodiert und machen immer noch ganze Gebiete praktisch
unzugänglich.
Weiter ging es durch herrliche Berglandschaft auf engen
Straßen mit unendlich vielen Kurven nach Vang Vieng.
Vang Vieng ist ein
sehr schön gelegenes Dorf an einem Fluß, das einen zweifelhaften Ruf als Mekka
der Backpacker und Zentrum des Drogenkonsums und der Alkoholexzesse hat. Die
Backpacker und die Infrastruktur aus unzähligen billigen Guesthouses und
Restaurants gibt es noch. Sie schwimmen auch noch den Fluß in aufgeblasenen
LKW-Schläuchen herunter.
Allerdings hat die
Polizei, die sonst in Laos praktisch
unsichtbar ist, hart durchgegriffen, sodass Drogen- und Alkoholexzesse nicht
zu sehen waren. Übernachtet haben wir in einem schön direkt am Fluß gelegenenn
mäßigen Hotel mit dem schlechtesten Restaurant, das wir je getestet haben.
Da die Landschft herrlich ist und wir bis Vientiane,
unserer nächsten Station, nur noch 3 Stunden Fahrt vor uns hatten, sind wir
erst am Nachmittag weiter gefahren. Den Morgen haben wir mit Wandern und dem
Klettern auf die Spitze eines kleinen Aussichtsberges verbracht. Es war endlich
auch wieder warm.
Die Fahrt nach Vientiane war dann wenig attraktiv durch
dichter werdende Besiedlung, die dann zusammenhängend wurde und sich irgendwann
Vientiane nannte.
Wir waren in einem netten kleinen Hotel mitten in der
Stadt, sodass wir die Stadt im Wesentlichen zu Fuß erkunden konnten.
Vientiane ist, wie
das ganze Land, für eine Hauptstadt ziemlich verschlafen. Es gibt eine kurze,
immerhin sechspurige Straße, sonst sind 2 Spuren völlig ausreichend für den
Verkehr. Es gibt einige interessante historische Sehenswürdigkeiten und einige
gute Geschäfte für laotische Handarbeiten.
Sonst viele kleine
Geschäfte und Restaurants, etwas Import und Export und Banken. Die wesentliche
Industrie sind sonst die Regierungsbehörden und viele Hilfsorganisationen. Wir
hatten einen Tag geplant, den wir auch genossen haben, mehr wäre aber
langweilig und teuer (zu viel Zeit für Shopping in Handarbeitsläden;))
geworden. Highlights neben den Tempeln und Museen waren ein langes Gespräch mit
einer amerikanischen Textidesignerin, die seit Jahrzehnten die laotische
Seidenwebkunst wiederbelebt und auch selbst produziert (sehr schöne, aber teure
Stücke) und das Abendessen in einem wirklich guten Restaurant. Neben dem guten
Essen (Entschädigung für Vang Vieng) waren die Gespräche an den Nebentischen
spannend und amüsant. Die waren nämlich von Mitarbeitern diverser
Hilfsorganisationen besetzt (in Ländern der 3. Welt immer ein sicherer Hinweis
auf ein gutes Restaurant), die sich bei Wein und gutem Essen lautstark über
ihre Bürointerna und die besten Wohnlagen in Vientiane unterhalten haben.
Am 26.1. sind wir dann um 5.30 h morgens am Hotel abholt
worden, da unser Flug nach Pakse, der nächsten Station, schon um 6.30h ging.
Warum unser Reisebüro uns so früh gebucht hat, ist deren Geheimnis,
insbesondere da es noch einen 2. Flug um 11 h gibt.
Der Hauptstadtflughafen von Vientiane ist altmodisch und
winzig. 2 Gates, 3 Check-in Counter und die Anzeigetafel für die Flüge ist
genau das - eine Tafel auf der die Buchstaben von Hand aufgesteckt werden. Da
waren wir schon fast zu früh, als wir sc 45 min vor Abflug eingecheckt haben.
Geflogen sind wir dann wieder mit der kleinen Propellermaschine.
Als wir dann kurz nach 8 h an unserem Hotel in Pakse ankamen, war unser Zimmer
natürlich noch nicht frei. Da Pakse staubig und unattraktiv ist, sind wir kurz
entschlossen zu einem Veranstalter von Trekkingtouren gelaufen, der uns eine
Ganztagestour zu Wasserfällen in einem Nationalpark auf dem nahegelgenen
Bolavenplateau anbot. Die Tour war wirklich schön und wir konnten uns endlich
mal wieder sportlich betätigen. So wurde aus einem Tag, den wir schon
abgeschrieben hatten, doch ein schönes Erlebnis.
Als wir abends müde, staubig und verschwitzt im Hotel
ankamen, stellte sich das als ein kleines Juwel dar. Ein wunderbar
restauriertes altes Kolonialhaus mit schöner Einrichtung.
Als wir dann in
der kleinen Bar im obersten Geschoß ein Bier trinken wollten, stellten wir zu
unserer Überraschung fest, dass für Hotelgäste auf Vorbestellung ein Tagesmenü
serviert wurde, das sehr gut klang. Wir wurden nicht enttäuscht, es war
exquisit, der Wein gut und die Gespräche mit unseren Tischnachbarn, einem
älteren weit gereisten englischen Ehepaar sehr interessant. Wir haben auch die
Besitzerin und ihre Familie kennengelernt. Es sind sehr kulivierte und
gebildete Laoten, die offenbar nach der Machtergreifung der Kommunisten nach
Frankreich übergesiedelt waren und 25 Jahre in Paris gelebt haben. Als dann die
Laotische Regierung vor ein paar Jahren beschloss, die Wirtschaft zu
modernisieren und zu öffnen, wurde die Familie (die offenbar prominent und
wohlhabend war) eingeladen, wieder nach Laos zurück zu kommen und zu investieren.
Neben dem Boutiquehotel, es ist ihr früheres Wohnhaus, haben sie eine
wunderschöne Kaffeplantage auf dem Plateau aufgebaut, die wir besuchen konnten.
Laos ist nämlich, was uns neu war, Kaffeanbauland. Der Anbau auf dem klimatisch
günstigen Hochplateau war während der Indochinakriege zum Erliegen gekommen.
Spezialisten aus der DDR haben ihn dann nach Kriegsende 1975 wieder zum Laufen
gebracht, aber offenbar waren Marketing und Qualität nicht weltmarktfähig. Zwei
aus dem Ausland zurückgekehrte Laotische Familien führen jetzt bessere
Qualitäten ein und scheinen auch beim Export Erfolge zu haben. Uns hat der
einheimische Kaffee jedenfalls geschmeckt.
Die nächsten Tage bis zum 30 1. haben wir dann mit einer
Rundfahrt über das landschaftlich schöne Bolavenplateau
und auf einer der 4000 Inseln im Mekong tief im Süden verbracht. Neben der
Natur und der friedlichen Stimmung am Mekong, war das Wat Phou ein Highlight.
Wat Phou war, bevor das Zentrum nach Ankor Wat verlegt wurde, der Sitz der
Könige, die das heutige Süd-Laos und Kombodscha beherrscht haben. Die
Tempelanlage ist wunderbar in einen Berghang eingebettet und wirklich
sehenswert. Sie ist zu Recht Weltkulturerbe.
Auf Khong Island
haben wir dann 2 sehr entspannte Tage in der schönen und friedlichen Mekonglandschaft
mit Nichtstun, Bootfahren und dem Beobachten der Fischer auf kleinen Booten
verbracht. Die Gegend
ist wirklich schön und noch wenig entwickelt. So haben wir dort zum Beispiel
die schönste “sunset cruise” dieser Reise zwischen den Inseln auf dem Mekong
gemacht. Nur ist bisher dort noch niemand auf die Idee gekommen, Sunset Cruises
anzubieten. Wir haben für umgerechnet ein paar Dollar einen lokalen Fischer
angeheuert. Es war nicht sehr bequem, laut und Getränke musste man selbst
mitbringen. Aber die Stimmung mit vielen kleinen Fischerbooten, den vielen
Inseln und kleinen Gehöften am Ufer war wirklich schön.
Am 30.1. nachmittags sind wir wieder nach Pakse
zurückgefahren, wo wir noch einmal eine Nacht in dem wunderbaren Hotel mit interessanten
Gesprächen mit den laotischen Besitzern und französischen Gästen verbracht
haben. Die Nacht war allerdings nicht ganz ungestört, da es die Nacht des
chinesischen Neujahrs war, das die ortansässigen Chinesen lautstark mit Böllern
und Feuerwerk gefeiert haben.
Am 31.1. haben wir dann Laos verlassen, um über Bangkok
nach Myanmar zu fliegen. Fazit:
Der Aufenthalt in Laos hat uns wirklich gut gefallen. Das
Land ist noch sehr am Anfang der Entwicklung, die Menschen sind freundlich und
es ist etwas verschlafen und rückständig. Reisen ist dort wie in Thailand vor
30 Jahren. Übernachten kann man in Guesthouses für weniger als 10 Euro
(natürlich mit eingeschränktem Komfort) und beim Essen kommt man nur schwer
über 5 Euro pro Person, wenn man bei laotischen Getränken (Beerlao) bleibt. Es
gibt ausreichend kulturelle und landschaftliche Highlights um 2-3 Wochen gut
beschäftigt zu sein.
Jetzt sind wir auf Myanmar gespannt.
31.1.-22.2.
Myanmar. (Bilder sind hier)
Der Flug von Pakse über Bangkok nach Yangon war lang mit
6 Stunden Aufenthalt am Flughafen in Bangkok. Die Reise ist von unserem
Reisebüro gut organisiert, es hat bisher alles geklappt. Nur bei den
Flugbuchungen haben sie Mist gebaut. Wir haben mehrfach völlig unnötigerweise
lange Zwischenaufenthalte beim Umsteigen gehabt, obwohl günstigere Flüge
verfügbar gewesen wären.
Wir sind daher relativ spät um 18.40h in Yangon angekommen und am Visaschalter
und bei der Immigration gab es lange Schlangen. Das hat unsere durch das lange
Herumsitzen in Bangkok schon etwas gedämpfte Stimmung nicht gerade verbessert.
Da kam zu unserer totalen Überraschung ein Zollbeamter direkt auf uns zu, der
unsere mit Passbild versehenen Visaunterlagen in der Hand hielt. Die muss man
nämlich in Myanmar über das Reisebüro einige Wochen vorab bei den Behörden
einreichen. Er fragte uns nach unserer Idendität, uns wurde schon mulmig - und
fertigte uns dann in wenigen Minuten an allen Schlangen vorbei (wenn Blicke
töten könnten...) an einem eigens für uns geöffneten Schalter mit allen
Formalitäten ab. Wie wir zu dieser VIP Behandlung kamen, ist uns nicht klar.
Vielleicht wurde das arrangiert, weil wir uns über die ungünstige
Flugverbindung mit der langen Wartezeit beschwert hatten und jemand ein
schlechtes Gewissen hatte.
Das hat uns jedenfalls wieder kräftig aufgeheitert.
Auf der Fahrt zum schönen, etwas angestaubten Hotel am
Inya-See in Yangon kam dann die nächste Überraschung. Yangon ist das
Kontrastprogramm zu dem verschlafenen Vientiane: Eine große Stadt, schön
angelegt mit Parks und breiten Straßen, aber ziemlich heruntergekommen. Der
Verkehr ist hektisch und dicht und dabei sind Mopeds und Motorräder, die sonst
meist in Asien die Straßen beherrschen, in Yangon verboten.
Auffällig ist,
dass fast alle Autos Rechtslenkung haben, obwohl Rechtsverkehr herrscht. Die
Autos sind nämlich aus Japan importierte Gebrauchtfahrzeuge und dort haben
Autos eben Rechtssteuerung.
Am nächsten Tag haben wir mit einem Führer eine eintägige
Rundfahrt durch Yangon gemacht. Die Shwedagon Pagode ist überwältigend. Es ist
an sich eine große prächtige alte Pagode, in der buchstäblich mehrere Tonnen
Gold verarbeitet wurden
. Daneben werden aber mehrere hundert Jahre alte Buddhafiguren mit bunt
leuchtenden LED Heiligenscheinen ausgerüstet, es blüht Handel und Wandel, es
gibt ATM´s und unzählige Händler mit allem, was ein Pilger als Opfergabe,
Souvenir oder zum Essen brauchen könnte. Menschen sitzen in Kapellen und
veranstalten ein fröhliches Picknick. Es ist wirklich viel los (über 90% der
Besucher sind Burmesen) und es wird Alt und Neu hemmungslos vermischt. Ein
Spender sorgt sogar für freies WLAN.
Sonst ist die Stadt eine Mischung aus heruntergekommenen
sozialistischen Plattenbauten, alten Holzhäusern, modernen, unpassenden
Hochhäusern und nur zu einem geringen Teil sanierten englischen Kolonialbauten.
Wir werden die
Stadt am Ende unserer Reise noch einmal auf eigene Faust genauer erkunden.
Nach einem Tag in Yangon sind wir dann mit dem schon
gewohnten kleinen Propellerflugzeug (wir werden bis zumj Flug nach Singapur
keinen Jet sehen) nach Ngapali Beach
im Südwesten des Landes geflogen. Yangon Domestc Terminal ist winzig (3 Gates)
und heruntergekommen, es gibt zum Einchecken keine Computer, Bordkartendrucker,
Gepäckbänder oder sonstige moderne Gerätschaften. Selbst die Gepäckwaage ist
mechanisch. Irgendwie funktioniert es trotzdem.
In Thandwe, dem “Flughafen” von Ngapali Beach angekommen,
sortiert sich das Chaos schnell und wir werden in einem “Buscar”
, das sind urige, aus Holz gebaute Busse, auf Basis von
Militär-LKWs, die nach dem 2. Weltkrieg in Myanmar zurückgelassen wurden, in
unser Hotel gebracht. Das Hotel ist eine sehr schöne Anlage mit einzelnen
kleinen Villen an einem Bilderbuchstrand. Dort haben wir 4 sehr erholsame Tage
mit langen Strandwanderungen, Schwimmen und Fischessen verbracht. Es ist ein
wunderschöner Strand, an dem einige mehr oder weniger luxuriöse Resorts liegen.
Der Kontrast zu
dem am gleichen Strand liegenden bitterarmen Fischerdorf mit streunenden
Hunden, die versuchen mit Fischabfällen und sonstigem Müll zu überleben,
Frauen, die am Strand Unmengen kleiner Fische zum Trocknen auslegen und
fröhlichen Kindern, die mehr oder weniger bekleidet herumwuseln, könnte nicht
größer sein.
Aber natürlich
haben einige pfiffige Fischer kleine Restaurants am Strand und an der
Dorfstraße eröffnet, in denen günstig Drinks und fangfrischer Fisch angeboten
werden. Zum Teil sind sie erstaunlich gut und ansprechend präsentiert. Wer die überteuerten Hotelbars
und Restaurants nutzt, ist selbst schuld und verpasst das echte Leben dort.
Nach den entspannten Tagen waren wir am 2.2. wieder
bereit zu neuen Taten und wurden gleich auf dem Flug nach Mandalay in die Realität
zurückgebracht. Auch dieser Flug war so blöd gebucht, dass wir für etwas über
2h echter Flugzeit durch Herumsitzen auf dem dreckigen und häßlichen Flughafen
von Yangon einen ganzen Tag verbraucht haben.
In Mandalay angekommen, stellte sich die Stadt, ähnlich
wie Yangon, als eine geschäftige, verkehrsreiche (hier sind Motorräder erlaubt)
und ziemlich heruntergekommene Millionenstadt heraus, noch dazuliegt der
Flughafen 45km/1 Fahrstunde außerhalb der Stadt.
Es war staubig und warm.
Das Hotel war ein gesichtsloses, aber sauberes
Gruppenhotel am Fluss. Außer der etwas ungünstigen Lage, die eine Erkundung der
Sehenswürdigkeiten zu Fuß nicht erlaubt, hat es einen entscheidenden Nachteil:
Es liegt sehr nahe an einer Pagode, die mit riesigen Lautsprechern bestückt
ist. Morgens um 4h !! begann dann ein Höllenlärm. Es wurden Gebete und Gesänge
über Stunden in einer Lautstärke abgespielt, die jeden Muezzim vor Neid
erblassen lassen. Selbst mit Ohrstöpseln ist Schlafen unmöglich. Da wir in
Mandalay 3 Nächte verbringen wollten, haben wir unsere Agentur gebeten, ein
anderes Hotel zu finden. Sie hat uns dann auch in ein einfaches, aber sauberes
Hotel in idealer zentraler Lage gebucht.
Das Hotel hat ein (leider ausgebuchtes) wunderschönes Schwesterhotel in
der Nähe, deren Pool und sonstigen Anlagen wir nutzen konnten.
In Mandalay haben wir die interessanten Tempel und
Klöster in Amarapura und Inwa, sowie
Seidenwebereien und Marmorbildhauer im Süden von Mandaly besucht. Die Anlagen
sind sehenswert, näheres in jedem Reiseführer. Besonders gefallen haben uns in
Mandalay und auch sonst in Myanmar die wenigen noch erhalten Holzklöster und
Pagoden, die über und über mit Schnitzerein versehen sind.
Einmal mehr wurden wir aber auch mit einem wirtschaftlich
aggressiven Buddhismus konfrontiert, wie wir ihn sonst nirgends in asiatischen
Ländern bemerkt haben. Alle wesentlchen Pagoden sind die reinsten
Shopping-Center in denen im Pageodenbereich
in unzähligen Läden Souvenirs und Opfergaben angeboten werden. Es gibt
an jeder Ecke große gläserne Opferstöcke für Geldspenden, die von den
bitterarmen Burmesen auch fleißig bestückt werden. In fast jedem Dorf wird Geld
für neue Pagoden oder sonstige religiöse Anliegen gesammelt. In neuester Zeit
sind aus Spendengeldern riesige (über 30 Stockwerke hoch oder 100 m lang)
fürchterlich kitschige Buddhastatuen oder Tempel mit über 500.000 Buddhastatuen
gebaut worden. Der moralische Druck auf die arme Bevölkerung Geld zu spenden,
ist enorm.
Zurück nach Mandalay. Den nächsten Tag ohne Führer haben
wir genutzt, um ziellos durch das außerhalb der Hauptstraßen noch sehr
dörfliche und unglaubich freundliche Mandalay zu
streifen. Überall kleine Läden, nette Holzhäuser, Werkstätten
und Märkte. Überall werden wir freundlich begrüßt und die Kinder winken. Als
sich Christa bei einem Imbisstand für das Gericht interessiert (eine süße
Mischung aus Reis und Kokos), läßt es sich der Händler nicht nehmen, ihr ein
Portion zu schenken. Wir haben in mehreren Stunden keinen Ausländer gesehen.
Gut gestimmt, haben wir dann noch zwei Sehenürdigkeiten “eingestreut”, die
wunderschöne hölzerne Shwe Nan Daw Kaun
g Pagode, die als einziges Gebäude des Palastes den 2. Weltkrieg
überlebt hat und das “größte Buch der Welt”. Hier gibt es 729 etwa 1 Meter hohe
Steintafeln, jede in einer eigenen Stupa, auf denen die Lehre Buddhas
eingemeiselt ist. Zu guter Letzt sind wir die über 1.000 Stufen zum Mandalay
Hill aufgestiegen, um einen guten Rundblick zu bekommen. Das Treppensystem
führt durch unzählige kleinere und größere (zum Teil häßliche) Pagoden und darf
daher nur barfuß betreten werden. Natürlich gibt es unzählige Händler, die aber
ein schlechtes Geschäft machen, da inzwischen die meisten Besucher mit dem
Sammeltaxi (Klein-LKW, bei denen die Passagiere auf der Ladefläche sitzen) auf
den Berg fahren.
Nach all dem Staub und den “Anstrengungen” haben wir den
Tag am Pool mit einem guten Drink ausklingen lassen.
Fazit zu Mandalay: Warm, staubig, chaotischer Verkehr,
für einen Tag interessantes Besichtigungsprogramm. Länger sollte man da nur
bleiben, wenn man Spass an für uns ungewöhnlichen Alltagsszenen, Märkten und
Begegnungen mit Menschen hat und bereit ist, sich ohne Führer treiben zu
lassen.
Am 10.2. ging es dann mit dem Auto über das Land nach Monywa. Die Landschaft ist sehr trocken
(laut Führer 100 mm Regen pro Jahr), warm und staubig. Die Dörfer sind arm, in
der Mehrzahl Bambushütten und Holzhäuser, einzelne Steinhäuser. Hunde, Hühner
und Schweine tummeln sich im Staub und Abfall unter und um den Hütten. Jeder
verfügbare Platz wird landwirtschaftlich genutzt. Maschinen gibt es kaum, es
sind Ochsen, Büffel und Menschen im Einsatz.
Zum Transport gibt
es selbstgebaut aussehende Gefährte, die von fürchterlich stinkenden und
knatternden einzylindrigen Dieselmotoren chinesischer Bauart angetrieben
werden. Die Kraftübertragung erfolgt über Keilriemen. Daneben gibt es
verbeulte, altertümliche, vollkommen überadene Busse und LKW, die häufig um
alle nicht essentiellen Teile (Fenster, Türen Motorhauben etc,) erleichter
wurden.
Was nicht Platz auf der Ladefläche hat, kommt aufs Dach (auch
Menschen). Es gibt aber auch schon ähnlich überladene asiatische Klein-LKW
neueren Datums.
Am nächsten Tag sind wir, nachdem wir einen äußerst
lebendigen Dorfmarkt besucht hatten (stand nicht auf dem Programm, war aber
interessanter als die Tempel) an den Ayeyarwady gefahren. Eine schöne,
mehrstündige Bootsfahrt brachte uns nach Bagan.
In Bagan haben
wir insgesamt 3 Tage vom 12.2.- 15.2. verbracht. Es war keine Minute zuviel.
Bagan ist ein Gebiet von über 40 qkm mit mehr als 2.230 Tempeln aus dem 10.-13.
Jh. in einer staubigen Ebene. Am ersten Tag haben wir uns, wie bisher, die
wichtigsten und schönsten Tempel von einem Guide zeigen lassen. Nachdem wir
dann einen Überblick hatten, haben wir uns für die nächsten 2 Tage Fahrräder
gemietet und sind auf eigene Faust durch die angrenzenden Dörfer und die zum
Teil gut erhaltenen, z.T auch verwilderten und verfallenen Tempel gestreift.
Einige haben noch sehr schöne Wandmalereien. Die Tempel liegen in Feldern und
werden über staubige Feldwege erreicht.
Die heiße Mittagszeit haben wir am Pool in unserem
ansprechenden Hotel am Ayeyarwaddy verbracht.
Bagan ist zu Recht berühmt für sein Kunsthandwerk,
insbesondere Lackarbeiten. Neben viel billigem Tand gibt es immer noch relativ
preiswert (aber nicht billig) wunderbare hochwertige Arbeiten, die in guten
Geschäften in klimatisierten Hinterzimmern angeboten werden. Nach ausführlichem
Vergleichen und dem Besuch von Handwerksbetrieben konnten wir die Qualitäten
unterscheiden und haben ein paar schöne Stücke gekauft.
Höhepunkt sollte ein Flug mit dem Heißluftballon bei
Sonnenaufgang über das Tempelgebiet werden. Also war Frühaufstehen (an sich
nicht unsere Lieblingsbeschäftigung) angesagt. Um so größer war die
Entäuschung, als dann der Flug beim ersten Versuch wegen zu starken Windes
abgesagt werden mußte. Der zweite Versuch am letzten Tag unseres Aufenthaltes
hat dann geklappt und wir haben eine unvergeßliche Stunde im Ballon über den
Ruinen verbracht. Christa´s Kamera lief auf Hochtouren.
Der Flug war teuer, aber jeden Euro wert.
Am 15.2. sind wir dann mit dem gewohnten
Propellermaschinchen nach Heho geflogen, in die autonome Provinz Shan State. Die Gegend ist hügelig und
bergig und die Orte liegen zwischen 900 und 1.400m Höhe. Entsprechend gemäßigt
ist das Klima und die Vegetation erinnert eher an Europa als an Asien.
Die Häuser sind fast ausschließlich aus Bachsteinen
gebaut, da es nachts recht frisch wird. Die Gegend ist sehr fruchtbar. Reis
wird nur an wenigen Stellen in Flußtälern angebaut, sonst gibt es Getreide;
Kartoffeln, Kohl, Zwiebeln, Orangen und seit Neuestem sogar Wein. Die Landschaft
ist schön und man sieht erstaunlich oft noch die Trachten der verschiedenen
Stämme. Wir hatten das Glück, auf unserer Überlandfahrt und der Wanderung von
einem jungen Guide begleitet zu werden, der selbst einer der lokalen Stämme
angehöhrt (er ist Intha) und eine gewinnende Freundlichkeit hat. So kamen wir
zwanglos mit vielen Menschen ins Gespräch.
Für die an sich
einstündige Fahrt von Heho an den Inle See haben wir zwei volle Tage gebraucht,
da wir die netten Bergstädtchen Pindaya
und Kalaw besucht haben und eine
eintägige, sehr schöne Wanderung durch die Berge unternommen haben. Kalaw ist
ein nettes ruhiges Städchen, dem man zum Teil noch ansieht, dass es von den
Engländern als Sommerfrische genutzt wurde. Mehrmals täglich fährt ein
altertümlicher Schmalspurzug unter lautem Tuten durch den Ort, um an dem
ziemlich heruntergekommenen Bahnhof aus
den 20er Jahren zu halten.
Am 17.2. sind wir dann am Inle Lake angekommen. Der Inlelake ist ein flacher See (nur einige
Meter tief) von 16 km Länge. Es ist eine amphibische Welt in der Festland und
See nicht klar getrennt sind. Viele Dörfer sind auf Stelzen im See gebaut
, der Verkehr findet auch in den Dörfern weitgehend mit Booten statt und
Landwirtschaft wird auf schwimmenden Gärten im See betrieben. Bei den
schwimmenden Gärten werden von den Bauern Felder von Wasserpflanzen mit
Bambusstöcken im Wasser verankert und mit Schlamm, der aus dem See gebaggert
wird, belegt. Darauf wird Gemüse angebaut. Die Beete werden von Booten aus
gepflegt und die Früchte vom Boot aus geerntet. Zumindest in den ersten Jahren
tragen die Beete keinen Menschen.
Da die Bauern nach jeder Ernte eine neue Schicht Schlamm
aufbringen, werden sie B mit den Jahren immer dicker und reichen irgendwann bis
zum Seegrund. Dann ist es neues Land.
Eine Attraktion ist natürlich auch das schon artistische
Einbeinrudern, das die Fischer am See entwickelt haben. Dabei wird das Ruder
mit dem Bein durch das Wasser gezogen.
E
Auf einer Rundfahrt um den See haben wir gleich mehrere unterschiedliche
Dörfer besucht. Sie sind jeweils auf ein Handwerk spezialisiert: Bootsbau,
Seidenweberei, Schmieden, Silberschmieden, Fischerei. Die Handwerke werden noch
mit mittelalterlichen Methoden ohne Maschinen und mit lokal gertigten
einfachsten Werkzeugen betrieben. Das ist natürlich eine Attraktion für die am
See sehr zahlreichen Touristen, sodass einige findige Handwerker ihre Betriebe
für Touristen geöffnet haben und zusätzlich zu den von ihnen produzierten
Alltagsgegenständen Souvenirs verkaufen.
Wir wohnen in Inle in einem Hotel, bei dem jedes Zimmer
ein eigenes kleines in den See gebautes Holzhäuschen ist. Sehr nett. Inle Lake
ist aber jetzt schon von vielen Touristen überschwemmt. Zusätzlich werden
derzeit angeblich über 60 neue Hotels in einer neuen Hotelzone gebaut. Wenn die
tatsächlich fertig werden, wird sich hier Vieles ändern. Wir sind froh, die
Reise jetzt gemacht zu haben und wären vermutlich besser schon vor 2 Jahren hier
gewesen. Schon heute sind unzählige laute stinkende Motorboote (natürlich auch
mit den unsäglichen chinesischen 1 Zylinder Dieselmotoren, die nahezu Alles in
Myanmar antreiben) unterwegs, um Waren, Einheimische und Touristen zu
befördern. Das wird bestimmt nicht besser.
Das Wetter ist bewölkt und kühl (die ersten Wolken seit 5
Wochen) und es hat nachts sogar geregnet.
Nach der eintägigen Rundfahrt mit dem Boot gab es mal
wieder einen Ruhetag mit Lesen, Tagebuchschreiben und Bildersortiern.
Den nächsten Tag waren wir dann natürlich wieder aktiv.
Wir haben uns Fahrräder geliehen und sind in den größten Ort des Inle Lake,
Nyaungshwe geradelt. Es ging ungefähr 45 min über eine enge, sehr holperige
Straße entlang von Zuckerrohrfeldern und Gemüsefeldern. Sehr hübsch mit
freundlichen, winkenden Menschen und wenig Verkehr. Die einzigen Probleme waren
die vielen Baustellen, die wir auf sehr staubigen Pisten umfahren mußten und
die zu kleinen Fahrräder.
In Nyaungshwe gab es dann den 5 Tages (nicht Wochen-)
Markt. Dazu kommen die verschiedenen Ethnien aus der ganzen Umgebung, z.T. In
ihren Trachten, zusammen, um mit Lebensmitteln und an sich Allem, was gebraucht
wird, zu handeln.
Es war sehr bunt, lebendig und eng. Wir haben uns noch
eine Massage und ein Mittagessen in einem sehr guten, hochklassigen Restaurant
gegönnt. Es war ein sehr gelungener Tag.
Am nächsten Tag flogen wir wieder nach Yangon, wo wir am Nachmittag wieder im
Inya Lake Hotel, das wir ja schon kannten, ankamen. Nach Erholung im Pool sind
wir zum Sonnenuntergang in die prächtige Shwedagon Pagode gefahren. Es lohnt
sich, ein zweites Mal im Abendlicht die Pagode zu besuchen. Danach ein schönes
Abendessen im House of Memories, einem guten Restaurant in einer restaurierten
Kolonialvilla.
Am 21.2., dem letzten Tag in Myanmar sind wir noch einmal
in die Innenstadt und sind stundenlang durch den noch aus Kolonialzeit
stammenden Bahnhof, das ehemalige Verwaltungsviertel und die kleinen Gassen am
Flusshafen gelaufen.
Überall brodelndes Leben, chaotischer Straßenverkehr,
eine Mischung aus Burmesen, Bengalis, Chinesen, Malaien und “any combination
thereof”. Es gibt zum Teil Gesichter und Typen, wie man sie in alten
Asienfilmen gesehen hat. Es wird in kleinen Geschäften oder am Straßenrand mit
Allem gehandelt, was es gibt (Edelsteine bis Gebrauchtteile für Fernseher),
Essen in jeder Variation von kleinen, mobilen Imbisständen oder auch in
Restaurants angeboten und Männergruppen
gehen an Handies irgendwelchen uns unverständlichen Geschäften nach.
Es ist lebendig,
bunt, schmutzig und feuchtheiß und es lärmt aus allen Ecken. Viele Häuser sind
noch aus der Kolonialzeit, wenige davon etwas restauriert, die meisten
heruntergekommen, Schimmel ist an den Außenwänden und Büsche sprießen zum Teil
aus Mauerritzen. Innerhalb von wenigen hundert Metern gibt es Pagoden,
christliche Kirchen, Hindutempel, Moscheen und sogar eine relativ große und
aktiv wirkende Synagoge. Wir fanden es faszinierend, aber auch anstrengend.
Nach dem Tag war der Hotelpool eine willkommene Oase.
Fazit Myanmar:
Das Land ist noch sehr am Anfang der Entwicklung. Es gibt
Ansätze, wie zum Beipiel Computershops und IT- und Englischschulen in
Privathäusern. Die Menschen sind sehr rührig und viele versuchen irgendein Geschäft aufzuziehen.
Unsere Guides haben offen über die
Korruption und die undurchsichtigen Geschäfte der Generäle und Ihrer “Cronies”
(Freunde) gesprochen. Vorallem Chinesen drängen, oft zusammen mit gekauften
Generälen auf den Markt und beuten die vielfältigen Rohstoffe zum Teil illegal
(Tropenholz), zum Teil unter Missachtung fundamentaler Umweltschutz- und
Arbeitsschutzbestimmungen rücksichtslos aus. Alle Guides haben das sehr offen
beklagt. Vor allem die Landwirtschaft, aber auch vielfach das Handwerk wird
noch nahezu ausschließlich mit vorindustriellen Methoden in Handarbeit
betrieben. Aufgefallen ist uns, wie trotzallem ungleich produktiver und
gepflegter die Felder sind, wenn wir sie mit den Höfen der
Subsistenzbauern in Afrika vergleichen, die auf dem gleichen technologischen
Niveau Landwirtschaft betreiben. Nach unserer Beobachtung arbeiten die
laotischen und burmesischen Bauern einfach mehr und strukturierter. Waum? Keine
Ahnung.
Wir wurden überall offen, fröhlich und freundlich
empfangen, gebettelt wurde praktisch nie,
schon gar nicht von Kindern. Noch ein Unterschied zu unserer Erfahung im
südlichen Afrika.
Es wird offen angesprochen, dass nach dem 2. Weltkrieg
das Land die besten Schulen, die beste Infrastruktur und die besten
Universitäten in ganz Süd-Ostasien hatte und dssß das Land Jahrzehnte durch
Misswirtschaft, Korruption und unfähige Politiker verloren hat und damit
schlechter dasteht als vor 60 Jahren. Insbesondere das Kapital an Ausbildung
ist verloren und muss neu aufgebaut werden. Damit ähnelt es übrigens sehr
Zimbabwe, das auch einmal das beste Bildungssystem Afrkas hatte. Im Gegensatz
zu Zimbabwe ist aber Myanmar dabei, aufzuholen. Ob das klappt, welche
Spannungen dabei entstehen und ob sie die Ausbeutung durch China verhindern
können, bleibt abzuwarten.
Vom touristischen Standpunkt aus ist Myanmar in weiten
Teilen interessant. Eine touristische Infrastruktur, auch für
Individualreisende, entwickelt sich. Unorganisiert zu Reisen ist aber noch
immer weit schwieriger, als etwa in Laos. Problematisch dabei ist sicher, dass
außerhalb der Städte die Beschriftungen noch einsprachig sind, d.h. für uns
unlesbar und viele Menschen kein Englisch verstehen oder gar sprechen.
Enttäuschend ist die burmesische Küche. Sie ist von allen
asiatischen Küchen, die wir kennen, die variantenärmste und geschmacklich am
wenigsten raffinierte. Eine Myanmarreise ist kein kulinarischer Höhepunkt.
22.2.-24.2.2014
Singapur
Schon der Flug nach Singapur hat uns darauf vorbereitet,
daß wir in eine andere Welt kommen. Wir sind mit einem modernen Jet,
hervorragend betreut mit Singapur Airlines geflogen und im hypermoderen Changi
Airport in Singapur angekommen. Der Airport ist ein riesiger, effizienter
Konsumtempel mit angeschlossener Startbahn. In kürzester Zeit waren wir durch
den Zoll (mit Computer!) und im Taxi zum Hotel. Alles war modern, sauber und
wohlgeordnet, willkommen in der 1. Welt.
Die Stadt hatte sich seit unserem letzten Aufenthalt Anfang
der 90er Jahre enorm verändert. Sie ist nicht nur modern
und schnelllebig, sondern hat noch schön renovierte alte
Häuser in Chinatown,
little Malaysia und little India, aber auch in einzelnen
Straßenzügen sonst in der Stadt. Der Verkehr ist erträglich und wohlgeordnet,
es gibt viel Grün. Allerdings sind auch die Preise auf dem Niveau von
Großstädten in Europa oder Nordamerika. Schnäppchenjäger sind hier am falschen
Ort. Auffallend ist das Völkergemisch, nur Schwarzafrikaner sind selten. Uns
haben die 2 Tage gefallen und wieder auf Europa vorbereitet.
Es war ein schöner Abschluß für eine tolle Asienreise mit
all ihren Kontrasten.
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